Tuesday, July 18, 2006

Blockpraktikum (6.-30.6.2006)



Ich glaube ja, dass keine sieben Monate meines Lebens so schnell vorbeigegangen sind, wie diese hier in Kiwiland. Ebenso mein vierwöchiges Praktikum. Trotz der gemächlich gemütlichen Art der Neuseeländer, bei denen vieles länger dauert, verging die Zeit wie im Flug. Doch das liegt einfach daran, dass ich so vieles erlebt habe, immer wieder am Planen, Umbuchen, Organisieren war, neue Leute kennengelernt habe und und und. Ganz besonders ans Herz gewachsen ist mir der Al, Hausmeister meiner Schule an der ich Praktikum gemacht habe. Wie sich witzigerweise herausgestellt hat, waren Al und seine Frau Bronagh vor ein paar Jahren in Freiburg zu Besuch beim Frank. Und den Frank kenne ich halt auch, denn er wiederum war vor ein paar Jahren für ein Auslandssemester in Hamilton und hat dort Al und seine Frau in der Kirche kennengelernt. Und da soll noch jemand sagen, die Welt ist nicht klein. Nun aber zu meiner Zeit in Room 6 mit 31 quirligen, neugierigen 10-12jährigen und meiner Mentorin und Lehrerin Anneke Esselbrugge. Das Witzige ist, dass ich die Anneke schon gekannt habe, da ihr Mann unser Auto damals gecheckt hat, bevor wir es gekauft haben.

Die Schüler waren voll goldig und offen, als ich mich das erste Mal kurz in der Schule vorgestellt habe. Als ich ihnen erzählt habe, dass ich aus Deutschland bin und bald für vier Wochen bei ihnen Praktikum machen werde, gingen gleich ganz viele Finger hoch und die Kleenen hatten tausende von Fragen. How fast can you drive in Germany? What are the differences? How does your country look like? Does your family miss you much?

Am ersten Tag meines Praktikums habe ich den Kids gleich mal ein deutsches Wort beigebracht. Hirsch. Habe einen Hirsch auf Folie kopiert, mit Dali-Klick-Methode aufgedeckt und denen erklaert, dass mein Nachname "deer" bedeutet. Anschliessend habe ich ein Tier-Pantomime-Spiel angeleitet und mir so die ersten Namen eingeprägt.

Mein Praktikum war echt total schoen, aber auch anstrengend. Ich habe meistens Kleingruppen unterrichtet oder nachdem ich Mathetests korrigiert habe, habe ich auch einzelnen Schülern nochmals geholfen. Anneke hat mir eine Gruppe mit ihren Top-ten-Kids gegeben. Wir haben zusammen Tiermasken gebastelt (aus Pappmaschee) und am Ende ein kleines Theaterstueck eingeuebt und anderen Klassen vorgespielt. War total witzig und kam gut an. Meine Kiddis hatten auch jede Menge fun, wie sie mir in ihren Abschiedsbriefchen geschrieben haben. Ausserdem habe ich der Klasse jeden Tag zwei bis drei Kapitel aus „James and the Giant Peach“ vorgelesen und Fragen dazu gestellt oder kleine Aktivitaeten vorbereitet. Und worauf ich besonders stolz bin, dass ich dem Vijender, einem Inder, das Uhr lesen beigebracht habe. Denn ich hab nach einiger Zeit herausgefunden, dass er das Wort "to" (also zum Beispiel 10 to 5) mit dem Wort/Zahl "two" verwechselt hat und deswegen das Ganze irgendwie nicht ganz gerafft hat. Es war wirklich eine tolle Zeit und der anfängliche Bammel mit der Sprache hat sich schnell gelegt, da die Schüler mir geholfen haben, die richtigen Wörter zu finden. Ich hatte das Gefühl, dass sie besonders zuvorkommend und hilfsbereit waren, gerade weil ich vielleicht aus einem anderen Land komme und Englisch nicht meine Muttersprache ist.

Wer mehr erfahren möchte, auch über das neuseeländische Schulsystem, dem kann ich gern meinen B1-Bericht zuschicken, wenn er dann mal ganz fertig ist.

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